Einleitung

In Pokerturnieren kommt es früher oder später immer zu Situationen, in denen ein oder mehrere Spieler All-In sind. Callt mehr als ein Spieler das All-In, entsteht neben dem sogenannte Main-Pot noch mindestens ein weiterer Pot, Side-Pot genannt. Dieser kann zu Beginn leer sein, er kann aber je nach All-In-Situation auch schon zu Beginn Chips beinhalten.

Wie man Main- und Side-Pots korrekt bildet ist nicht immer jedem Spieler 100% klar. Für gewöhnlich überlässt man das Bilden der Pots dem Dealer. Aber was ist, wenn man selbst gerade Dealer ist, wie es im Vereinsleben hin und wieder mal passiert? – Für diesen Fall soll die folgende Anleitung veranschaulichen, wie das Bilden von Main- und Side-Pots funktioniert. Zuerst wird ein Weg gezeigt, der immer funktioniert. Anschließend werden diverse Situationen vorgestellt und der genannte Weg angewendet, um die Pots zu bilden.

Es schadet übrigens nicht, die Regeln der Bildung zu kennen, auch wenn man nie dealt. Das Wissen um die Bildung kann verhindern, als Spieler durch mögliche Fehler des Dealers benachteiligt zu werden.

Grundprinzip

Ausgangssituation

Es gibt einen gemeinsamen Pot und eine Setzrunde beginnt gerade (Pre-Flop, Flop, Turn oder River).

Side-Pot-Bildung

Geht ein Spieler All-In und verbleiben nach der Setzrunde mindestens zwei weitere Spieler, wird geschaut, wer den kleinsten Betrag gesetzt hat. Dieser Betrag wird mit der Anzahl der Spieler multipliziert, die in der Hand verbleiben. Dieser Betrag wandert in den Pot, der jetzt der Main-Pot geworden ist. Im weiteren Verlauf der Hand wandern keine weiteren Chips mehr in den Main-Pot!

Aus den verbleibenden gesetzten Chips der anderen beiden Spieler wird ein neuer Pot erzeugt, der Side-Pot. Alle weiteren Einsätze dieser Spieler wandern in diesen. Geht einer der Spieler All-In und wird gecallt, so setzt der Spieler, der mehr Chips hat, nur genau soviele, wie der andere hat. Den Rest nimmt er wieder zurück.

Auszahlen der Pots

Kommt es am Ende zum Showdown, sollten die Pots in umgekehrter Reihenfolge ausgezahlt werden wie sie gebildet wurden. Zuerst zeigen die Spieler ihre Karten, die den letzten Side-Pot gebildet haben. Der Gewinner erhält diesen.

Anschließend zeigt der Spieler, der in den davor gebildeten Pot eingezahlt hat, seine Karten. Der Pot geht an denjenige, der von allen am Showdown beteiligten Personen die beste Hand hat.

Das ganze geht solange weiter, bis zuletzt der Main-Pot übrig ist und der Spieler, der mit dem kleinsten Betrag All-In gegangen ist, seine Karten umdreht.

Vorteil dieses Vorgehens: Niemanden werden versehentlich Chips aus einem Side-Pot ausgezahlt, an dem er gar nicht beteiligt war.

Man kann natürlich auch zuerst den Main-Pot auszahlen, aber die Übersicht leidet im Zweifel darunter, weil alle Spieler sofort ihre Karten umdrehen. Nachdem der Main-Pot dann ausgezahlt wurde, muss man aber aufpassen, dass nicht unbedingt die beste Hand den Side-Pot erhält, wenn diese nämlich gar nicht daran beteiligt war. Daher im Zweifel lieber die Pots in umgekehrter Reihenfolge der Bildung auszahlen.

Beispiele

Es folgen nun Beispiele, die das Vorgehen anhand konkreter Situationen verdeutlichen. Wenn es in der Situation sinnvoll ist, werden auch Alternativen genannt, wie der Side-Pot gebildet werden kann.

Situation 1

Drei Spieler sind in der Hand, in der Mitte befinden sich $15 aus den Blinds. Der Button geht mit $50 All-In, ebenso der Small-Blind mit $95 und der Big-Blind noch $70.

Der Button hatte zu Beginn der Setzrunde den kleinsten Stack mit $50, daher wird sein Einsatz für die Bildung des Main-Pots herangezogen. Zwei weitere Spieler bleiben in der Hand, also muss der Main-Pot 3x $50 = $150 beinhalten. Small-Blind und Big-Blind bilden aus ihren Einsätzen einen Side-Pot, um den nur die beiden spielen. SB hat $100 gesetzt, der BB $80. Der SB nimmt daher $20 zurück. Je $50 sind in den Main-Pot gewandert, der gesamte Rest bildet den Side-Pot für SB und BB. Dieser muss $60 groß sein: ($80 – $50) x 2 = $60

Nach dem River vergleichen SB und BB ihre Hände. Der Gewinner erhält den Side-Pot. Anschließend vergleichen alle drei Spieler ihre Hände. Der Gewinner erhält den Main-Pot.

Sollte der Button die beste Hand haben und der Big-Blind die schlechteste Hand, so erhält der Small-Blind die $60 aus dem Side-Pot. Die $150 aus dem Main-Pot erhält der Button.

Situation 2

tbc